Zum Deutschen Haus in der Schusterstraße - die Geschichte

Der Name Schusterstraße bezog sich nach den alten Stadtbüchern im Stadtarchiv zunächst nur auf den westlichen Teil zwischen dem Alten Kaufhaus und der Großen Gass, die seit 1777 Kaiserstraße heißt. Da an der Gasse die Schuhmacher ansässig waren, nannte man sie Schuhmacher- oder Suttergasse (vom lateinischen sutor = Schuster).

Der östliche Teil bis zur Herrenstraße trug den Namen Wamb(e)schergasse, das heißt Gasse der Wamsmacher. Gemeint sind die Handwerker, die die gefütterten Lederwesten anfertigten, die man zum Beispiel als Polster unter den Rüstungen trug. 1866 wurden die Straßen der Stadt neu benannt und geordnet. Seither heißt die ganze Straße zwischen Herren- und Kaiser-Joseph-Straße Schusterstraße. Die einstmals an der Wambschergasse gelegene Wirtschaft Zum Deutschen Haus ist in einem alten Freiburger Bürgerhaus untergebracht, das seit 1386 unter dem Namen Zum Spihlhof in den Grundbüchern der Stadt geführt wird. Der Name geht wohl auf den ersten urkundlich genannten Besitzer Henni Spiler zurück. Unter den Hausbesitzern finden sich Handwerker und Beamte, so ist das Haus 1551 im Besitz der Familie von Martin Ruoff beurkundet, der im gegenüber gelegenen Kaufhaus als Kaufhausschreiber tätig war. An Handwerkern werden ein Plattner (Schmied für Rüstungen), ein Rotgerber und ein Ballierer (Edelsteinschleifer) genannt.

1629 wird Wilhelm Baumeister, Weinschenk und Pastetenbäcker, als Hausbesitzer genannt, 1640 seine Söhne Hans Jakob und Hans Wilhelm, der den Beruf seines Vaters ausübte. Auf Bäcker als Hausbesitzer verweist auch das Zunftszeichen der Brezel mit den Initialen AE (Andreas Erhard) und der Jahreszahl 1779 im barocken Oberlichtgitter über dem Eingang des Hauses. In früheren Zeiten waren die Bäcker in verschiedene Spezialberufe eingeteilt. Es gab die Brotbecken, die für das tägliche Brot zuständig waren, die Weißbäcker, die feinere Backwaren und Kuchen herstellten und die Pastetenbäcker, die mit Fleisch oder anderen Massen gefülltes Gebäck lieferten. Der Beruf des Pastetenbäckers und Weinschenks, den Wilhelm Baumeister und sein Sohn ausübten, ist der entscheidende Hinweis auf die Nutzung des Hauses Spihlhof, denn seither dürfte es auch als Wirtschaft gedient haben, in der die Kauf- und Marktleute sich an der Pastete stärkten und ein Glas Wein tranken. Und wer weiß - vielleicht ist sogar der berühmte Baumeister Christian Wentzinger hier ein regelmäßiger Gast gewesen, sein Garten endete jedenfalls direkt gegenüber dem Haus Zum Spihlhof.